Router und Antennen:
Worauf es bei drahtlosen Netzwerken wirklich ankommt

Eine stabile und leistungsfähige Funkverbindung ist die Grundlage moderner drahtloser Netzwerklösungen. Entscheidend dafür sind nicht nur ein geeigneter Router, sondern ebenso die korrekt ausgewählten und installierten Antennen. Dieser Beitrag zeigt, welche Aspekte dabei berücksichtigt werden sollten.

Ein drahtloses Netzwerk setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, wobei der Wireless-Router die zentrale Rolle einnimmt. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass er die für den jeweiligen Einsatzzweck erforderliche Leistungsfähigkeit bietet, beispielsweise genügend Rechenleistung für Routing-Aufgaben. Ebenso wichtig ist eine fachgerechte Konfiguration des Geräts.

Mindestens genauso relevant sind die Antennen. Sie werden in der Praxis jedoch häufig unterschätzt. Selbst ein hochwertiger Router kann seine Leistung nicht entfalten, wenn ungeeignete Antennen verwendet oder ungünstig positioniert werden. Für eine gute Netzqualität müssen Antennen gewählt werden, die zu den eingesetzten Technologien passen (z. B. MIMO, 4G/5G, WLAN oder GNSS), die richtigen Frequenzbereiche abdecken, ausreichend Verstärkung bieten und für die vorgesehene Montageform geeignet sind. Ebenso spielen die verwendeten Kabel und Steckverbinder eine wichtige Rolle, insbesondere im Hinblick auf Dämpfung und Abschirmung.

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Zuerst die richtigen Fragen klären

Die Wahl der geeigneten Antenne hängt in erster Linie von der spezifischen Anwendung und dem Einsatzort ab. Vor der Auswahl sollten daher einige grundlegende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Funktechnologien kommen zum Einsatz (z. B. Mobilfunk, WLAN, GNSS)?
  • Wie viele Antennen sind dafür erforderlich (Stichwort MIMO)?
  • Erfolgt die Montage im Innen- oder Außenbereich?
  • Wie groß ist der Abstand zwischen Router und Antenne?
  • Welche Reichweite oder Flächenabdeckung wird benötigt?
  • Findet der Einsatz in ländlicher Umgebung oder in einem urbanen Gebiet statt?
    Müssen spezielle Normen oder Vorschriften eingehalten werden, etwa für Brandschutz, Straßenverkehr oder Bahnanwendungen?

Kabellängen und Antennenstandort

Die Positionierung von Router und Antennen muss sorgfältig geplant werden. Dabei ist eine Antennenplatzierung in unmittelbarer Nähe des Routers und mit möglichst geringer Abschattung entscheidend – also nicht unter Sitzen oder hinter Metallflächen.

Sind die Standorte festgelegt, ergeben sich daraus die erforderlichen Kabellängen. Als Faustregel gilt: Je nach Kabelqualität und Frequenzbereich sind Längen von bis zu 3 Metern (ab ca. 2 GHz) und bis zu 5 Metern (unter 2 GHz) sinnvoll. Darüber hinaus steigen die Verluste deutlich an, weshalb für größere Distanzen spezielle verlustarme Verlängerungskabel mit Dämpfungswerten unter 0,2 dB/m eingesetzt werden sollten. Damit lassen sich Gesamtlängen von über 10 Metern realisieren. Werden die Kabelstrecken jedoch zu lang, verschlechtert sich die Verbindung erheblich. In solchen Fällen ist eine drahtlose Lösung nicht mehr praktikabel, und es muss auf kabelgebundene Alternativen zurückgegriffen werden.

Kombiantennen – praktisch, aber nicht immer ideal

Wenn mehrere Funkdienste genutzt werden, etwa Mobilfunk und Navigation, bieten sich Kombiantennen an, die verschiedene Antennen in einem Gehäuse vereinen. Diese punkten vor allem durch eine einfache und schnelle Installation, geringeren Montageaufwand sowie identische Kabellängen. Besonders bei Fahrzeugen oder gemieteten Geräten ist der reduzierte Eingriff ein Vorteil.

Allerdings können sich je nach Aufbau der Antennenstrahler gegenseitige Beeinträchtigungen ergeben, die die nutzbare Bandbreite einschränken oder Navigationssignale beeinflussen. Einzelantennen sind erst dann im Vorteil, wenn sie mit ausreichendem Abstand – in der Regel mehr als 30 cm – voneinander montiert werden können. Je größer dieser Abstand, desto geringer die gegenseitige Beeinflussung.

Ein besonderer Anwendungsfall ist WLAN in Fahrzeugen: Da die Mobilfunkantenne des Routers grundsätzlich außerhalb des Fahrzeugs montiert werden sollte, kann eine kombinierte Mobilfunk-/WLAN-Antenne auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs oder Zuges nicht die gewünschte WLAN-Abdeckung für Einsatzkräfte oder Fahrgäste im und um das Fahrzeug gewährleisten. In solchen Situationen empfiehlt es sich, die Antennen zu trennen und die WLAN-Antenne im Innenraum oder an den Fahrzeugseiten zu platzieren – also dort, wo das WLAN tatsächlich genutzt wird.

Überblick

Die Antennenleistung wird wesentlich durch die Umgebungsbedingungen beeinflusst. Um eine optimale Signalübertragung zu gewährleisten, sollte das Umfeld entsprechend angepasst werden. Dabei ist das gesamte System – bestehend aus Antenne, Kabelverbindung und Router – zu berücksichtigen. Zusätzlich müssen gegebenenfalls gesetzliche Vorschriften, wie Straßenverkehrs- oder Brandschutzrichtlinien, sowohl für die Antenne als auch für den Router eingehalten werden.

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